
Kommentar von Christian Pettinger zu:
Die Augsburger Zeitung, 09.02.2026
Baum-Allianz kritisiert Bürgerbegehren
Wie dem Artikel zu entnehmen ist, lehnt die Baumallianz das Bürgerbegehren für den Tram-Ring um die Augsburger Innenstadt ab. Grund sei, dass angeblich bis zu drei Baumreihen am Jakober Wall für den Bau der Tram fallen müssten. Tja, da ist die Baumallianz wohl einer Stellungnahme der Augsburger Stadtregierung auf den Leim gegangen: denn das Bürgerbegehren erfordert diese Baumfällungen gar nicht. Dies behauptet jedoch das Papier von Stadtverwaltung und Stadtwerken. Dabei unterstellen die Verfasser, dass am Jakober Wall die Tram in einem eigenen Gleiskörper fahren solle und damit die Spuren für den Individualverkehr nach Außen verlagert werden müssten und dies erfordere dann die Baumfällungen. Das Begehren geht demgegenüber davon aus, dass die Tram im Individualverkehr „mitschwimmen“ wird und somit keinerlei Baumfällungen nötig sind!
Auch die im Artikel angesprochenen astronomischen Kosten für den Tramring basieren auf einer irreführenden Annahme des Papiers der Stadtregierung: hier wird die Verbindung vom Tunneluntergeschoss der Tram am Hauptbahnhof zum Kennedyplatz mit in die vom Begehren vorgesehene Streckenführung eingerechnet. Damit verlängert sich nicht nur die benötigte Gleistrasse um 400 Meter, sondern es werden auch umfangreiche Tunnelbaumaßnahmen erforderlich. Damit lässt sich dann sehr einfach die Kostenprognose nach oben treiben. Das Begehren erfordert diese Tunnelanbindung jedoch in keiner Weise.