
Kommentar von Sebastian Berz zu:
Augsburger Allgemeine, 06.02.2026
Bürgerbegehren fordert Tram-Ring um die City – doch die Stadt sieht keinen Nutzen
Unter dem Motto „Der Stadtrat kommt ins Handeln“ haben die Regierungsfraktionen des Augsburger Stadtrats vorwegnehmend eine Prüfung des Bürgerbegehrens TRAM- Ring beantragt und innerhalb von vier Wochen über die Feiertage hinweg bewerten lassen. Dringend, vor der Kommunalwahl am 8.3.2026. Die Kürze der Zeit oder die Aufgabenstellung ließ den Fachleuten keine Möglichkeit, unsere inzwischen veröffentlichten Vorschläge zu prüfen, sondern stützen sich dem Ergebnis nach auf selbst getroffene Annahmen, die den Planskizzen des Begehrens in wesentlichen Inhalten widersprechen. Sämtliche negativen Aspekte in der Beurteilung der SWA beruhen auf deren eigenen Annahmen.
Für den fehlenden Lückenschluss Theater – Karlstraße – Jakober Tor schlagen wir erstmals die Führung im Straßenverkehr und Pflanzung neue Baureihen vor. In der Stellungnahme der SWA wird hingegen die bisher verfolgte und von uns ausdrücklich abgelehnte Variante mit eigenem Gleiskörper behandelt. Die Beurteilung des TRAM- Bogens um den Jakober Wall als neues Teilstück eines Rings um die Altstadt ist ebenfalls durch die Annahme eines eigenen Gleiskörpers vollkommen unzutreffend. Die Neuplanung des Verkehrsraumes an dieser Nahtstelle zwischen Historischer Altstadt mit dem wertvollen Grünraum der Wallanlagen und dem unmittelbar anschließenden Textilviertel mit dem Tor City Galerie hat hingegen großes städtebauliches Potential. Der heutige und der zukünftige Baumbestand spielen dabei eine wesentliche Rolle.
Nun werden Sachargumente durch eine Kommunalwahl nicht verändert. Sondern es ändert sich die Aufmerksamkeit für Probleme durch eine Neubesetzung demokratischer Gremien. Daher ist das Bürgerbegehren auf ein Quorum nach der Kommunalwahl ausgelegt.