Was möchte ein Bürgerbegehren Herz OP! für die Tram bewirken?
Die TRAM – auf gut Augschburgerisch Schdrossabo – ist unser traditionsreichstes Verkehrsmittel im öffentlichen Raum. Nach den ersten schienengebundenen Pferdebahnen wird sie bereits seit der zweiten Fahrzeuggeneration elektrisch betrieben. Sie fuhr durch alle Zeitalter der Stadterweiterungen im Königreich Bayern und der Weimarer Republik. Sie fuhr in den Krisen der Weltkriege und hat, aufgrund ihrer wesentlichen Vorzüge, die Automobilisierung Augsburgs in der Wiederaufbauzeit überlebt.
Nach dem zweiten Weltkrieg wurde das Gefüge der Altstadt ihrer Trassenplanung teilweise an schmerzenden Stellen angepasst. So musste beispielsweise am Beginn des Perlachbergs die inmitten aller Trümmer erhaltene Fassade des Beckenhauses, des von Elias Holl errichteten Zunfthauses der Bäcker weichen, um den deutschlandweit steilsten Abschnitt einer Straßenbahn für die modernen Fahrzeuge frei zu schlagen. Ein großes Opfer, ein heute nicht mehr vertretbarer Eingriff. Und dennoch ist die Trassenentwicklung in der Innenstadt nicht zum Abschluss gekommen.
Optimierung der Altstadt- Trassen
Die anstehende Transformation der Innenstadt, von der verkehrsreichen Einkaufs- City hin zum urbanen Kulturraum mit hoher Aufenthaltsqualität, fordert optimierende Planungen in der City. Die Erreichbarkeit von Veranstaltungen im Regelbetrieb der TRAM ist dort bisher nicht gewährleistet. Darüber hinaus erfordert die Einrichtung und die Sicherung der Feste im Bereich der Tram-Trassen einen unverhältnismäßig hohen Aufwand. Als jüngstes Beispiel sei hier auf die Sicherung des Christkindlesmarktes mit mobilen Pollern verwiesen. Das Handling dieser Sperren führte zu regelmäßigen Verspätungen. Beim Engelesspiel und an den Wochenenden wurden die Linien 1 und 2 sogar komplett eingestellt und planmäßig auch nicht durch Busersatzverkehr in die Stadtteile ersetzt. Die Altstadt ist ein Nadelöhr im sternlinienförmigen Netz um den Königsplatz. Eine die Altstadt entlastende und das Schienennetz komplettierende Ringtrasse lässt sich durch zwei neue Teilstrecken mit einer Gesamtlänge von 1,9 km erstellen.
Stärkung der Mobilitätswende durch optimierten ÖPNV
Die vielfältigen und attraktiven Angebote der heutigen Mobilität haben einen individuellen Anteil an der Mobilitätswende. Der Erfolg unserer ökologisch und ökonomisch angestrebten Mobilitätswende ist in erster Linie eine Frage des Komforts, aber damit auch des Fahrpreises und, bei öffentlichen Verkehrsmitteln, der Pünktlichkeit. Das leistungsfähigste Verkehrsmittel in diesem Sinne ist in Augsburg die TRAM. Da die Effizienz des öffentlichen Personennahverkehrs mit der Nähe zu den Stadtkernen zunimmt, sollte sie also im Stadtzentrum, das sie versorgt, am besten funktionieren. Ein naher Meilenstein für den pünktlichen ÖPNV in Augsburg ist die Fertigstellung des zentralen Umsteigebauwerks am Hauptbahnhof. Ein Projekt mit langen Planungsvorläufen und komplexer Entwicklung. Aber die Wirkung dieses Knotens ist auch von ungestörten Linien im Bereich der gesamten Innenstadt abhängig. Es geht im Augenblick darum, die nächsten Schritte zu machen. Die Zukunft unserer attraktiven Innenstadt wird durch vorausschauende Planungen und Entscheidungen gestaltet.
Sicherung der Stadtökologie durch unsere TRAM
Die weltweit notwendige Mobilitätswende schlägt in der Automobil-Nation Deutschland besonders hart auf. Die Frage nach der umweltschonendsten Antriebstechnik stellen wir uns wiederholt unter veränderten Prämissen. Der Strom für E-Mobilität kann zwar sehr unterschiedlicher Erzeugung entspringen, aber für die Städte ist sie in jedem Fall die emissionsärmste Technologie in der Nutzung. Als schienengebundenes System ist die elektrische TRAM ein komfortables, geräuscharmes und äußerst sicheres Verkehrsmittel. Auch entfallen die zunehmend kritisierten Emissionen des Reifenabriebs als freigesetzte Mikroplastikpartikel. Zur Sicherung der Stadtökologie leistet eine störungsfreie TRAM also einen wesentlichen Beitrag.
Unsere digitale Veröffentlichung der Planungsskizzen und Ideen zur Innenstadt in Verbindung mit den Formulierungen für ein Bürgerbegehren Herz OP! Für die TRAM startet zu einem Zeitpunkt, der mit Blick auf die Kommunalwahl am 08. März 2026 eine erhöhte öffentliche Aufmerksamkeit erwarten lässt. Bitte informieren Sie sich detailliert und fragen Sie gerne nach. Ein Quorum für das formulierte Begehren wird für die Zeit nach der Wahl und die darauffolgenden Koalitionsverhandlungen angestrebt. Im besten Fall machen sich die Parteien vorauseilend die Inhalte zu eigen und schaffen entsprechende Grundlagen zu deren Realisierung





